LMU Klinikum München Hormon- und Kinderwunschzentrum
ivf München, endo-repro-med
Zur Startseite   Leiter: Prof. Dr. med. Christian J. Thaler  

Unerfüllter Kinderwunsch, Behandlungsmöglichkeiten

Wie können wir Ihnen helfen? Operative Verfahren und Methoden der assistierten Fortpflanzung:

Blastozytentransfer: Embryokultur & Transfer

 
Abb. 1: Befruchtete Eizelle im Vorkernstadium am Tag nach IVF/ICSI

Abb. 1: Befruchtete Eizelle im Vorkernstadium am Tag nach IVF/ICSI
 
Abb. 2: Embryo im 2-Zell-Stadium

Abb. 2: Embryo im 2-Zell-Stadium
 
Abb. 3: Embryo im 4-Zell-Stadium

Abb. 3: Embryo im 4-Zell-Stadium
 
Abb. 4: Embryo im 8-Zell-Stadium

Abb. 4: Embryo im 8-Zell-Stadium
 
Abb. 5: Kompaktierte Morula (Entwicklungstag 4)

Abb. 5: Kompaktierte Morula (Entwicklungstag 4)
 
Abb. 6: Expandierte Blastozyste am 5. Entwicklungstag

Abb. 6: Expandierte Blastozyste am 5. Entwicklungstag

Haben sich nach einer IVF oder ICSI eine oder mehrere Eizellen befruchten lassen (Abb. 1), werden die Embryonen für mindestens 2 oder 3 Tage in der Kulturschale weiterentwickelt. Hierbei werden täglich die Anzahl der Zellen (Blastomeren) und das äußere Erscheinungsbild jedes einzelnen Embryos (Morphologie) dokumentiert. Idealerweisen haben die Embryonen am 2. Kulturtag 4 Blastomeren und am 3. Kulturtag 6-8 (Abb. 2-4). Ein Transfer am 2. oder 3. Kulturtag bietet sich vor allem dann an, wenn bei einer Frau nur wenige Eizellen gewonnen wurden oder von diesen nur maximal 3 befruchtet wurden. Da in diesen Fällen schon am Tag nach der Punktion feststeht, welche Embryonen auf die Frau zurückübertragen werden, gibt es keinen Grund, die Embryonen länger als nötig in der Kulturschale zu belassen.

Bei jüngeren Frauen und Frauen mit deutlich mehr befruchteten Eizellen ist es hingegen oft sinnvoll, mit dem Embryotransfer noch bis zum 5. oder frühen 6. Kulturtag abzuwarten: Da die Embryonalentwicklung in den ersten 3 Tagen noch „maternal“ gesteuert ist (d.h. dass sie einem schon in der Eizelle „gespeicherten“ automatischen Programm unterliegt) sagen die Entwicklungstage 4 bis 6 deutlich mehr über die Entwicklungsfähigkeit eines Embryos aus, weil diese Weiterentwicklung schon unter der Regie des embryonalen Erbguts verläuft. Der Transfer am 5. bis 6. Entwicklungstag wird auch als Blastozystentransfer bezeichnet. Die Bezeichnung entspringt dem idealerweise ab dem 5. Tag erreichten Entwicklungsstadium der Blastozyste (Abb. 6), das nur etwa 30-50% aller befruchteten Eizellen erreichen. Blastozysten weisen eine höher Implantationsrate auf als Furchungsstadien an den Entwicklungstagen 2 und 3. Eine Blastozystenkultur hilft uns so, unter mehreren Embryonen die beiden (oder auch den einen) mit dem größten Entwicklungspotential zu identifizieren und auch die zu erkennen, die in ihrer Entwicklung stehenbleiben und nicht zurückübertragen werden sollten. Auf diesem Weg lassen sich deutlich verbesserte Schwangerschaftsraten erzielen. Ein Nachteil der verlängerten Kultur ist die Tatsache, dass möglicherweise kein entwicklungsfähiger Embryo übrigbleibt und in diesem Fall auf den Transfer verzichtet wird.

Auf jeden Fall ist die Entscheidung für oder gegen einen Blastozystentransfer eine ganz individuelle, bei der neben dem Alter der Frau und der Befruchtungsrate viele weitere Faktoren eine Rolle spielen. Ob für Sie ein solcher Blastozystentransfer in Frage kommt und wenn ja, wie viele befruchtete Eizellen bei Ihnen weiterkultiviert werden, damit maximal 2 Entwicklungsfähige für den Embryotransfer entstehen, entscheiden wir gemeinsam mit Ihnen in einem ausführlichen Beratungsgespräch.

 

(weiter zu Testikuläre Spermien-Extraktion (TESE))